Zwischen der EU und der Schweiz laufen derzeitig Gespräche im Hinblick auf einen Rahmenvertrag, zu dem sich bislang die führenden Wirtschaftsvertreter der Schweiz noch nicht geäussert haben. Diese Gespräche ziehen sich jetzt schon eine ganze Weile hin, sodass sich die Wirtschaftsvertreter zu einer Äusserung genötigt sahen.
Die Wirtschaftsvertreter betonten ausdrücklich, dass es ihnen nicht ausschliesslich um die Zukunft der Unternehmen in der Schweiz gehen würde, es geht vielmehr um den gesamten Wirtschaftsstandort Schweiz. Unterdessen führt der Bundesrat in der Schweiz einen regelrechten Kampf mit sich selbst.
Philip Mosimann ist einer jener Wirtschaftsexperten, der bereits seit vierzehn Jahren in der Wirtschaft tätig ist. Zunächst war Mosimann als CEO tätig, bevor er das Tätigkeitsfeld wechselte und nunmehr Wirtschaftsratspräsident bei Bucher Industries ist. Mosimann hat die grundsätzliche Haltung, dass er sich nicht gern in die Belange der Politik einmischt. Jetzt jedoch macht sich Mosimann Sorgen um die Zukunft der Schweiz, da das Verhältnis zu Europa immens wichtig sei.
Laut Ansicht von Mosimann wirkt der Schweizer Bundesrat seit einiger Zeit sowohl orientierungs- als auch führungslos. Die Schweiz müsse jetzt jedoch zwingend Farbe bekennen und auch dem Vorwurf der EU, dass die Schweiz keinerlei Vertragsvorschläge im Zusammenhang mit den bislang umstrittenen Punkten des Rahmenvertrages vorbringt, entgegenwirken.
Andere Wirtschaftsexperten wie beispielsweise Kaspar Wenger geben Mosimann in diesem Punkt durchaus Recht. Wenger ist selbst auch in Sorge, da der Rahmenvertrag zwischen der EU und der Schweiz zahlreiche Möglichkeiten mit sich bringt. Die Möglichkeiten für diesen Vertrag sind indes laut Wenger noch nicht vollständig ausgereizt und der geografische Standort der Schweiz im Herzen von Europa unterstreicht dies.
Der Rahmenvertrag zwischen der EU und der Schweiz ist im Schweizer Volk indes nicht gänzlich unumstritten. Die Meinungen gehen insbesondere bei diesem Punkt sehr weit auseinander, sodass der Bundesrat sich der Gefahr einer Volksablehnung des Vertrages durchaus bewusst sein muss. Einigkeit besteht indes jedoch dahingehend, dass der derzeitige Zustand so in dieser Form für niemanden Vorteile bringt und dass dementsprechend auch politisch nach einer Lösung gesucht werden muss.
Im Hinblick auf die wirtschaftliche Schweizer Zukunft dürfe nicht kurzsichtig geschaut werden. Vielmehr muss eine langfristig nachhaltige Lösung gefunden werden, wozu die Wirtschaftsexperten der Schweiz den Schweizer Bundesrat auch ausdrücklich ermutigen.