Der nationale Schweizer Stromnetzanbieter Swissgrid hat seit kurzer Zeit eine neue Hauptzentrale, von welcher aus die vollständige Stromübertragung des gesamten Schweizer Netztes gesteuert wird. Hauptzentralpunkt hierfür ist der Sitz in Aarau, welcher für insgesamt 80 Millionen Schweizer Franken als fast perfekt getarnte regelrechte Festung konzipiert wurde. 380 Mitarbeiter sind dort für die Swissgrid tätig.
Hochsicherheitsfestung steuert die Stromautobahn
Insgesamt vier Etagen umfasst der Gebäudekomplex, der natürlich von der Swisscom regelrecht perfekt abgesichert wurde. Das Herzstück der Hauptzentrale ist selbstverständlich die die Hauptnetzleitstelle, die ein wenig an das NASA-Kontrollzentrum in Houston erinnert. Grosse Bildschirme und und permanent besetzte Arbeitsplätze sollen die Konstanz des Schweizer Netzwerkes gewährleisten. Die „Autobahn“, wie die Netzübertragung hier scherzhaft genannt wird, darf nicht dem Stau erliegen. Die Stromverteilung in der Hauptzentrale ist jedoch nicht unumstritten.
Die Autobahn hat den Ruf einer kritischen Infrastruktur, da sie sowohl die aus dem Ausland als auch die im Inland produzierte 380 Kilovolt sowie 220 Kilovolt umverteilt. Es ist jedoch die europaweite Vernetzung, welche die Versorgungssicherheit der Schweiz gewährleistet. Dies wird auch auf jeder Führung oder Medienbesichtigung von der Swissgrid ausdrücklich betont. In puncto Sicherheit wird in der Netzleitstelle nichts dem Zufall überlassen und auch diejenigen Personen, welche den Komplex betreten dürfen, unterliegen strengen Sicherheitsregularien.
Neben einem Fotografierverbot, welches im gesamten direkt neben dem Bahnhof von Aarau gelegenen Gebäude gilt, wird die Performance der vorhandenen Technik penibel gepflegt. Das gesamte Gebäude ist erdbebensicher und es wurden keinerlei Kosten gescheut. Über die Kosten für das Gebäude hüllt sich die Swissgrid, welche das Gebäude lediglich von einer Anlagegruppe der Credit-Suisse für insgesamt 20 Jahre gemietet hat, in Schweigen. Auf den Schweizer Franken jedoch wurde scheinbar nicht gescheut, da die Verwaltungsräumlichkeiten als sogenannte offene Bürolandschaften gestaltet wurden und die Technik auf dem neuesten Stand des Marktes ist.
Keine Frage, die neue Zentrale der Swissgrid ist schon beeindruckender als die vorherigen Standorte in Frick und Laufental. Angesichts der hohen Perfektion, welche in dem Gebäude vorherrscht, sollte die Schweiz auf eine konstante Versorgung vertrauen können. Angesichts der stark boomenden Wirtschaft und dem damit auch vorhandenen Energiebedarf erscheint die neue Zentrale der Swissgrid als ein Antrieb eines derzeitig perfekt funktionierenden Gesamtmotors.