In den Vereinigten Staaten von Amerika ist derzeitig eine Debatte entbrannt, welche sich in erster Linie mit den ethischen Grundsätzen des Menschen befasst. Ist die Wirtschaft ebenso wichtig wie Menschenleben. Auch die Schweiz wird früher oder später vor diese Frage gestellt werden.
Aufgrund der Corona-Krise gibt es aktuell so gut wie überhaupt kein öffentliches Leben mehr. Dementsprechend bricht die Wirtschaft ein und unzählige Unternehmen kämpfen im wahrsten Sinne des Wortes um das nackte Überleben. Aus diesem Grund gibt es in den Vereinigten Staaten von Amerika aktuell eine heisse Diskussion darüber, welcher Weg für das ganze Land besser ist. Soll die Wirtschaft gerettet werden oder soll aufgrund von verstärkten Behandlungs- und Präventionsmassnahmen die sogenannte tiefe Rezession riskiert werden.
Markus Huppenbauer, seines Zeichens Wirtschaftsethiker an der Züricher Universität, ist der Überzeugung, dass auch die Schweiz auf kurz oder lang mit dieser Frage konfrontiert werden wird. Zwar steht das menschliche Leben im Rahmen erster Reaktionsmassnahmen auf die Krise stets im Vordergrund, allerdings müssen mit zunehmender Dauer auch die anderen Aspekte berücksichtigt werden. Hier stellt sich ein sehr klassisches Problem dar, welches als ethischer Konflikt betrachtet werden kann.
Huppenbauer vertritt die Ansicht, dass eine stockende Wirtschaft auf Dauer das Wohl der gesamten Bevölkerung ebenso gefährdet wie die schlimmste Pandemie. Dementsprechend gibt es auch einen Punkt, an dem die Wirtschaft einen gleichbedeutenden Status wie das menschliche Leben erlangen kann.