Bedingt durch die aktuelle Situation auf der ganzen Welt steckt die Wirtschaft in einer Krise, die sich zusehends zuspitzt. Obgleich das Ende der Krise noch nicht absehbar ist gibt es bereits Pläne, die dem historischen Marshall-Plan nachempfunden sind. Auch die Schweiz beschäftigt sich mit derartigen Plänen, jedoch stehen noch die Fragen nach dem tatsächlichen Bedarf sowie der abschliessenden Finanzierung im Raum.
Die Veränderungen, welche die aktuelle Corona-Pandemie mit sich brachte, sind bereits deutlich spürbar. Der Schweizer Bundesrat hat zwar auch in den vergangenen Jahren schon regelmässig Sparpakete angekündigt, allerdings wurden diese Pläne aufgrund von unerwarteten Budgetüberschüssen auch in regelmässigen Abständen wieder ad acta gelegt. Die Überschüsse wurden zur Schuldentilgung genutzt, sodass im Jahr 2019 der Schuldenstand des Bundes nur noch einen Wert von rund 88,7 Milliarden Schweizer Franken aufwies.
Derzeitig jedoch gibt es eine globale Wirtschaftskrise, die noch niemals zuvor in diesem Umfang dagewesen ist. Die Schweiz hat hierauf bereits mit zinslosen Darlehen sowie Kurzarbeitsentschädigung reagiert, sodass rund 60 Milliarden Schweizer Franken investiert werden konnten. Damit sind jedoch noch nicht alle Reaktionsmöglichkeiten ausgeschöpft, denn der Bundesrat hat noch weitere Hilfen für die Wirtschaft in Aussicht gestellt. Der aktuelle Stillstand in der Wirtschaft soll nicht zum Todesurteil werden.
Das Problem, welches derzeitig jedoch vorherrscht, ist die Gefahr einer tiefen Rezession. Je nachdem, wie lange der aktuelle Lockdown noch anhält, spitzt sich die Lage weiterhin zu. Die Schweiz ist dieser Gefahr besonders stark ausgesetzt, da ein Grossteil der Wirtschaft auch durch Exporte gestützt wird. Da es derzeitig jedoch nur eine sehr eingeschränkte Nachfrage gibt besteht die Gefahr, dass die Wirtschaft nach der überstandenen Krise nur sehr stockend wieder anspringt.
Das Massnahmenpaket des Schweizer Bundes würde diese Gefahr nicht vollumfänglich abdecken. Dementsprechend gibt es nunmehr Gedankengänge, ob ein neuer Marshall-Plan für die Schweiz Sinn ergeben würde. Ein derartiger Plan würde aktuell noch weitere Milliarden in Anspruch nehmen, die nach der überstandenen Krise auch wieder hereingewirtschaftet werden müssten. Die Einnahmen aus der Mehrwertsteuer sowie dem Steuersubstrat dürften diese Aufgabe nicht in absehbarer Zeit bewältigen können.
Ein Marshall-Plan würde somit zwar durchaus zur Linderung der aktuellen Krise eine gewisse Tauglichkeit aufweisen, allerdings dürfte sich dies derzeitig mit hoher Wahrscheinlichkeit politisch nicht realisieren lassen.