Aktuell findet in der Schweiz, genauer gesagt in Davos, erneut das Weltwirtschaftsforum statt. Dies bedeutet, dass sich wieder aus den unterschiedlichsten Länder die Regierungsoberhäupter eintreffen, um die weltwirtschaftliche Lage zu besprechen und die Weichen für die Zukunft zu stellen. Auch die Wirtschaftsmacht China ist vertreten.
Für die Schweizer Bundespräsidentin Viola Amherd bedeutet dies, dass sich ein abwechslungsreiches Programm darstellt. Kürzlich hat sie noch den Sieg von Marco Odermatt am Lauberhorn gefeiert, danach ging es direkt zu einem Empfang. Es kam der Premierminister Chinas, Li Qiang, der von Amherd an dem Flughafen in Zürich begrüsst wurde.
Qiang und Amherd planen offizielle Gespräche, die in Kehrsatz auf dem Landgut Lohn stattfinden sollen. Zielsetzung der Gespräche ist es, dass Qiang einem Treffen mit dem Präsidenten der Ukraine, Selenkski zustimmt. Dieses Treffen soll entweder in Davos oder in Bern stattfinden. Gänzlich risikofrei ist dieses Unterfangen für die Schweiz nicht, da sich die schweizer-chinesischen Beziehungen in der Vergangenheit merklich abgekühlt haben.
Umso wichtiger ist es aus der Sicht der Schweiz, dass Qiang möglichst sehr freundlich behandelt wird. Er selbst zeigte sich bei seiner Ankunft überaus gut gelaunt und verwies darauf, dass sein erster Besuch in der Schweiz ihm grosse Freude bereite. Li Qiang betonte, dass die Beziehung Chinas zu der Schweiz auch eine sehr lange Tradition hat und aus chinesischer Sicht geschätzt wird.
Der Grund hierfür dürfte in dem Umstand liegen, dass vor rund 74 Jahren die Schweiz einer der Vorreiterländer war, die diplomatische Beziehungen mit der Volksrepublik aufgenommen hat. Aus der Sicht von Qiang kann sein Besuch in der Schweiz dazu beitragen, dass das gegenseitige Vertrauen der Länder ineinander erneut vertieft werden kann. Die Zielsetzung müsse sein, dass es für beide Seiten wieder eine vorteilsbringende Zusammenarbeit geben kann.
Auch die zwischenmenschliche Beziehung könne verbessert bzw. verfestigt werden. China erkennt durchaus an, dass die Schweiz innerhalb Europas sowie auch global gesehen eine sehr einzigartige Rolle einnimmt. Dies macht die Schweiz aus der Sicht Chinas zu einem wertvollen Partner bei der Bewältigung der Herausforderungen, die global anstehen. Damit dies gelingen kann ist es jedoch erforderlich, dass eine sehr enge Kommunikation sowie auch Koordination stattfindet. Li Qiang zeigt sich gewillt, diese Beziehungen auch zu pflegen.