Die Arbeitslosigkeit von Niedrigqualifizierten steigt an

Im Rahmen einer neuen Studie, welche von einem privaten Institut durchgeführt wurde, gibt es neue Erkenntnisse im Hinblick auf die sogenannte relative Arbeitslosigkeit. Als Vergleichskriterium wurden alle sogenannten OECD Staaten genommen. Die Industrieländer, zu denen auch die Schweiz gezählt wird, haben unterschiedliche Kriterien bei der Bewertung der Arbeitslosigkeit. Der Fokus der Studie lag dieses Mal auf den Sektor der Niedrigqualifizierten.

Die Studie brachte zum Vorschein, dass kein anderes OECD-Land einen derartig hohen Anstieg relative Arbeitslosigkeit im Segment der Niedrigqualifzierung aufweist wie die Schweiz. Mit dem Begriff der relativen Arbeitslosigkeit wird dabei das reine Verhältnis zwischen den Hoch- und Geringqualifizierten bei der Arbeitslosigkeit bezeichnet. Im Jahr 1991 war dieser Wert in der Schweiz mit 1,2 Prozent noch recht gering, doch im Jahr 2014 ist der Wert bereits auf 8,8 Prozent angestiegen. Demgegenüber steht jedoch ein recht stabiles Lohnverhältnis. Die Ökonomen Simone Wyss sowie Lukas Mohler und Rolf Weder haben diese Daten ausgewertet und der Wirtschaft präsentiert. Für Startups sowie Unternehmen sind diese Daten überaus interessant.

Bedauerlicherweise konnten die Ökonomen nur Daten bis zum Jahr 2014 ansammeln. In Ermangelung weiterer Daten musste die Studie dementsprechend im Jahr 2014 enden. Der Trend, der sich aus der Studie heraus ergab, ist jedoch erschreckend. Es muss davon ausgegangen werden, dass aktuell in der Schweiz die Arbeitslosigkeit bei Geringqualifizierten im Vergleich zu Hochqualifizierten knapp 2,7-mal so hoch ist. Die Ökonomen wollten jedoch nicht ausschliessen, dass der Trend auch wieder rückläufig ist, wobei die Ökonomen in diesem Fall eher von geringfügigen Schwankungen ausgehen.

In diesem Zusammenhang ist die Frage nach den Gründen überaus interessant. Hierbei lieferten die Ökonomen im Rahmen der Studie direkt einen Ansatz, der mit wirtschaftlichen Öffnung der Schweiz zusammenhängt. Dieser Ansatz zeigte sich jedoch nicht als nachhaltig, sodass die Ökonomen noch andere Theorien für den Anstieg der Arbeitslosigkeit von Niedrigqualifizierten in der Schweiz lieferten. Ein vorsichtiger Ansatz wäre die Immigration, die in den 1990er Jahren zu einem massiven Anstieg von entsprechend niedrigqualifizierten Arbeitskräften in der Schweiz geführt hat. Die Ökonomen betonten jedoch ausdrücklich, dass es sich hierbei lediglich um eine Theorie handele. Gesicherte Daten für die hohe relative Arbeitslosigkeit existieren derzeitig nicht.

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