Mehr als sechzigtausend Wohnungen sind derzeitig im Schweizer Raum unbewohnt und die Zahl steigt weiter. Allein im Sommer 2018 fanden rund 60´000 Wohneinheiten keinen Mieter, wobei es sich zu grössten Teilen um Objekte mit drei oder vier Zimmern handelte. Am Anfang September 2019 wird das Bundesamt die neueste Statistik bekannt geben und die Kantonalbank Zürich hat gemutmasst, dass sich die Zahl der leerstehenden Wohnungen aktuell auf rund 66´000 Einheiten beläuft.
Ein steigender Leerstand trotz einer verringerten Anzahl an geplanten neuen Mietwohnungen ist indes kein Widerspruch in sich. Die Begründung für den Leerstand ist in dem Umstand zu finden, dass immer mehr Baugesuche bei den Behörden eingehen. Überdies ist die Planung neuer Mietwohneinheiten nicht überall in der Schweiz gleich, vielmehr wird jedoch an falschen Orten gebaut. So sind beispielsweise im Unterwallis sowie in den Regionen Olten sowie Solothurn die Leerstände angestiegen und auch im Tessin steigt der Leerstand an, allerdings ist im Aargau die Lage weitestgehend entspannt.
Auch in Graubünden sowie Zug gibt es einen Rückgang des Leerstandes an Mietwohneinheiten. Das Problem gänzlich lösen können auch diese Regionen an sich nicht. Derzeitig ist der Immobilienmarkt in der Schweiz mit der Situation eines Tankers vergleichbar. Bei Mietwohnungen gibt es in der gesamten Schweiz ein regelrechtes Überangebot, welches sich in absehbarer Zeit nicht ändern wird. Des Einen Freud ist indes des Anderen Leid. Während die Vermieter Probleme haben, die Mietwohneinheiten zu vermieten, freuen sich die Mieter über die Entwicklung.
Mit zunehmenden Leerständen geraten die Mietzinsen unter Druck. Aufgrund der Negativzinssituation ist es für viele Menschen sehr viel lohnender, das Geld in die eigenen vier Wände zu investieren. Durch Mehrfamilienhäuser lässt sich in der Schweiz derzeitig ein höherer Verdienst erzielen als durch Staatsanleihen oder Aktien. Gebaut wird indes immer dort, wo sehr viel Bauland vorhanden ist. Dies ist jedoch nicht immer ein Ort im Zentrum. Vielmehr gibt es auch Regionen, die von den Menschen nicht so stark frequentiert werden. Dort werden von den Unternehmen Mietwohneinheiten gebaut, was letztlich die Gesamtlage nur verschlimmert.
Ob diese Entwicklung in der nächsten Zeit anhalten wird ist indes derzeitig noch nicht absehbar. Es erscheint allerdings mehr als fraglich, ob eine Erholung des Immobilienmarktes in der jüngeren Zukunft erzielt werden kann.