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Parmelin reist für bilaterale Verhandlungen nach Ägypten

Der Schweizer Bundesrat Parmelin hat sich mit einer Wirtschaftsdelegation auf den Weg in das Land der Pharaonen begeben. Nachdem in der Vergangenheit bereits erste lose Gespräche im Hinblick auf eine Vertiefung der bilateralen Wirtschaftsbeziehungen zwischen der Schweiz und Ägypten aufgenommen wurden, sollen diese Beziehungen nunmehr durch konkrete Verhandlungen intensiviert werden.

Als Voraussetzung für diese bilateralen Beziehungen hat die Schweiz jedoch vorab politische sowie auch wirtschaftliche Reformen von Ägypten vorausgesetzt. Der afrikanische Staat ist für die Schweiz zwar durchaus einer der wichtigsten Handelspartner des gesamten afrikanischen Kontinents, allerdings kann dieser Status nur durch Reformen von Ägypten aufrechterhalten bleiben. Insbesondere die Themen Arbeitsbewilligungen, Zollverfahren und Zulassungen sind hierbei von grösserer Priorität.
Dies ist insbesondere daher so wichtig, da die Schweiz sowie auch Ägypten auf mehreren Ebenen strategische Partnerschaften pflegen.

Ein sehr gutes Beispiel hierfür ist der Umstand, dass die ägyptische Modernisierung von gewissen Branchen mithilfe Schweizer Technologien durchgeführt wird. Gerade die Textilbranche ist hierbei bedeutend, da diese Branche in Ägypten rund 30 Prozent der Gesamtproduktion in der Industrie ausmacht. Zehn Prozent aller ägyptischen Exporte entfallen auf diese Branche.

Die Politik in Ägypten war in der jüngeren Vergangenheit geprägt von Krisen, was sich natürlich auch auf die wirtschaftliche Entwicklung ausgewirkt hat. Der Privatsektor konnte von Ägypten trotz eines Wirtschaftswachstums von mehr als fünf Prozent nicht gestärkt werden. Dementsprechend ist es nicht verwunderlich, dass die Schweiz in Ägypten einen Reformbedarf sieht und diesen Bedarf im Rahmen der Verhandlungen auch anspricht. Es ist dem afrikanischen Land zwar durchaus gelungen, die sehr hohe Inflation merklich zu senken, aber derzeitig steht die Inflationsrate immer noch bei knapp 15 Prozent. Sehr viele Teilmärkte werden von Staatsunternehmen dominiert, sodass die gesamte internationale Gemeinschaft Ägypten nur schwerlich einschätzen kann.

Zusätzlich zu diesen Faktoren kommt noch eine enorm hohe Armutsquote in dem Land. Diese Quote beläuft sich aktuell auf rund 32 Prozent, was Ägypten nicht gerade zu einem Vorzeigepartner für bilaterale Beziehungen mit einem europäischen Land macht. Die Schweiz sieht jedoch in dem Land der Pharaonen durchaus Potenzial für die Zukunft, sodass Parmelin mit einer gehörigen Portion Hoffnung nach Afrika reist. Inwiefern Ägypten jedoch Reformbereitschaft zeigt wird sich erst noch herausstellen müssen.