Es ist seine allererste Wirtschaftsmission und die hat es gleich direkt in sich. Guy Parmelin musste, nachdem die EU der Schweizer Börse ihre Anerkennung entzogen hat, für einen wirtschaftlichen Ausgleich sorgen. Dieser Ausgleich soll nun zum Teil aus Japan kommen. In seiner Funktion als Bundesrat hat sich Guy Parmelin also auf die Reise in das Land der aufgehenden Sonne gemacht um dort die Verhandlungen zwischen der Schweiz und Japan zugunsten eines modernisierten Freihandelsabkommens zu starten. Mit einem baldigen Start der Gespräche wird gerechnet und diese Gespräche könnten gerade für die Schweiz sehr wichtig werden.
Wie kaum ein anderer Markt hat der japanische Markt für die Schweiz eine enorm hohe Bedeutung. Ein wirtschaftlicher Austausch beider Länder findet bereits statt und erreicht jährlich ein Volumen in Höhe von rund 13 Milliarden Schweizer Franken. Auch der Arbeitsmarkt in Japan ist für die Schweiz sehr interessant, da die Schweizer Unternehmen derzeitig für rund 35´000 Arbeitnehmer als Arbeitgeber operativ aktiv sind. Umgekehrt sind auf dem Schweizer Markt rund 10´000 Arbeitnehmer bei einem entsprechenden japanischen Unternehmen tätig.
Parmelin weilt derzeitig in Japan und hat erste Gespräche mit den zuständigen Behörden bereits aufgenommen. Im Vordergrund dieser Gespräche stand das Schweizer Anliegen zur Erneuerung des gemeinschaftlichen Freihandelsabkommens. Laut bisherigen Berichten haben diese Gespräche in einer überaus freundlichen und entspannten Atmosphäre stattgefunden, da auch das japanische Anliegen bereits untermauert wurde. Als besondere Herausforderung dieser Gespräche gilt jedoch die Schweizer Käsebranche, die durch ein Abkommen zwischen Japan und der EU ein wenig ins Hintertreffen geraten sind. Dieses Abkommen ermöglicht es europäischen Käseproduzenten, demnächst ihre Produkte zollfrei in Richtung Japan zu exportieren. Da der japanische Zoll auf Käseprodukte bei vergleichsweise hohen 29,8 Prozent liegt, ist dieses Abkommen für die Schweizer Produzenten ein echter Nachteil.
Diese Benachteiligung gilt es nunmehr aus dem Weg zu räumen und dies ist eine von vielen Missionen für Parmelin. Das Schweiz-Japan-Abkommen ist mittlerweile ein wenig in die Jahre gekommen und soll nicht nur in diesem Punkt erneuert werden. Parmelin hat als Leiter dieser Mission somit eine Herausforderung vor sich, um die ihn mit Sicherheit derzeitig kein Politiker in der Schweiz beneidet. Gelingt ihm diese Mission jedoch wird ein wichtiger Schritt für die Schweizer Wirtschaft genommen.