Der Bankensektor befindet sich derzeitig in einem Umbruch. Die neuen Banken fokussieren ihre Strategie in erster Linie auf sehr günstige Preise sowie einen enorm hohen Benutzerkomfort via App-Steuerung. In diesen Bereichen hinken die Schweizer Banken noch sehr stark hinterher.
Sie sind längst schon mehr als eine reine Trenderscheinung. Die Fintech-Unternehmen sind vielmehr schon fast überall im Bankensektor allgegenwärtig. Als rein digital aufgestellte neue Unternehmen stellen sie dabei Kantonalbanken oder auch grosse Platzhirsche wie die Credit Suisse sowie auch UBS vor grosse Herausforderungen. Nunmehr wollen die Fintech-Unternehmen von dem Status des reinen Medienphänomens weg und einen grossen Start in der Schweiz hinlegen.
N26 klingt auf den ersten Blick wie ein TV-Sender. Dies wäre jedoch weit gefehlt, denn es handelt sich um eine reine Smartphone-Bank, welche im Jahr 2019 in der Schweiz an den Markt gehen möchte. Viele Experten sehen darin einen regelrechten Warnschuss für die herkömmlichen Banken, die sich nunmehr umstellen müssten. Die Digitalisierung, ohnehin schon ein regelrechtes Dauerthema, muss von den klassischen Banken schneller vollzogen werden.
Hinter N26 steckt ein deutsches Start-up, welches erst kürzlich eine Finanzierungsrunde im Gesamtvolumen von 260.000.000 Euro abschliessen konnte. In der Gesamtbewertung wird das Unternehmen auf knapp 2,3 Milliarden Euro bewertet. Damit ist ein Wert in Höhe von knapp 80 Prozent von Vontobel, einer Privatbank, erreicht. N26 plant derzeitig eine stark ausgeprägte Auslandsexpansion mit den Zielen USA sowie Schweiz.
N26 ist dabei auf dem Markt nicht der einzige Konkurrent von klassischen Banken. Auch Revolut, ein britischer Finanzdienstleister, verfolgt eine ähnliche Strategie. Revolut hat dabei, ebenso wie N26, den Schweizer Markt im Visier und verfügt bereits über ein entsprechendes Korrespondenz-Konto bei der Schweizer Bank Credit Suisse. Revolut verfügt in der Schweiz aktuell bereits über geschätzte 50.000 Kunden.
Ein Plus der Smartphone-Banken ist, neben den sehr günstigen Preisen, in erster Linie die simple Nutzungsmöglichkeit für den Kunden. Mithilfe einer Smartphone-App können alle Transaktionen sowie auch Transfers sehr bequem durchgeführt werden. Dadurch konnten die Smartphone-Banken auf dem gesamten europäischen Sektor bereits ordentlich zulegen. Der aktuelle Marktanteil der sogenannten Neo-Banken liegt derzeitig bei knapp 6,5 Prozent – Tendenz steigend. Für 2019 wird daher in der Schweiz ein Banken-Wandel erwartet.