Die Bilanz der Schweizerischen Nationalbank SNB nach den 9 Monaten des aktuellen Jahres fällt alles andere als rosig aus. Sage und schreibe 7,8 Milliarden Schweizer Franken musste die Bank bilanzieren, was sich üblicherweise auch auf die Kantone und den Bund auswirkt. In puncto Gewinnausschüttung sind jedoch sowohl der Bund als auch die Kantone noch tiefenentspannt.
Kein Unternehmen wie jedes andere
Die SNB ist wahrlich in vielen Punkten nicht mit einem normalen Unternehmen vergleichbar. Zu den aussergewöhnlichsten Besonderheiten der SNB gehört beispielsweise der Umstand, dass die spezialgesetzliche AG SNB immer dann besonders hohe Gewinne für sich verbuchen kann, wenn der Schweizer Franken an Wert einbüsst. Dieser Umstand erklärt sich dahingehend, dass die SNB auf gigantische Finanzanlagen zurückgreifen kann. Diese Finanzanlagen sind jedoch hauptsächlich in Form des Schweizer Franken vorhanden und steigen dann im Wert, wenn der Schweizer Franken nachgibt.
Das dritte Quartal 2018 brachte für die SNB jedoch genau den gegenteiligen Effekt mit sich. Der Schweizer Franken konnte merklich im Wert ansteigen, sodass die Finanzanlagen der SNB an Wert verloren. Unsichere globale Entwicklungen sorgten dafür, dass immer mehr Anleger ihr Kapital in den Schweizer Franken umgelegt haben. Zwischenzeitlich hatte der Schweizer Franken mit 1,6 Prozent einen deutlich höheren Zuwachs als der US-Dollar. Im Vergleich zum Euro betrug der Zuwachs sogar rund 2 Prozent und im Vergleich zum Yen sogar 4 Prozent. Im Hinblick auf die Umrechnung der Finanzanlagen der SNB sorgte dies jedoch für einen Wertverlust.
Die Entwicklung ist negativ und wird für das dritte Quartal bei der SNB mit rund 12,9 Milliarden Schweizer Franken bemessen. Da jedoch in den Vorquartalen eine Abwertung des Schweizer Franken vorgenommen wurde konnte der Verlust der SNB auf rund 7,8 Milliarden Schweizer Franken „gedrückt“ werden. Der Verlust bei den Fremdwährungen betrug knapp 5,3 Milliarden Schweizer Franken und der Goldbestandswert musste einen Verlust in Höhe von knapp 3,7 Milliarden Schweizer Franken hinnehmen. In der Gesamtdarstellung hat die Bank jedoch einen Erfolg in Höhe von 1,5 Milliarden Schweizer Franken, sodass sowohl Bund als auch die Kantone auf eine Gewinnausschüttung hoffen dürfen. Das letzte Quartal steht jedoch noch aus.