Der Juli ist gelaufen und wie immer wurde auch dieses Mal wieder von der KOF, Konjunkturforschungsstelle, in der Zürcher ETH das Konjunkturbarometer veröffentlicht. Dieses Mal jedoch wurden nur sehr marginale Veränderungen festgestellt. Im Vergleich zum Vormonat Juni fiel der Wert gerade einmal um knappe 0,2 Punkte, sodass er nunmehr bei einem Wert von 101,1 Zählern liegt.
Leicht überdurchschnittliche Entwicklung
Das Konjunkturbarometer kann natürlich entsprechend gedeutet werden. Für die Schweiz wird eine schwach überdurchschnittliche Wirtschaftsentwicklung als Prognose für die folgenden Monate erwartet. Dies ist jedoch keine wirkliche Überraschung, da die führenden Ökonomen bereits zu Anfang des Jahres einen Zählerstand zwischen rund 100 sowie 103 Punkten prognostiziert hatten. Der festgestellte leichte Rückgang um 0,2 Punkten ist darauf zurückzuführen, dass das Verarbeitende Gewerbe eine leicht negative Entwicklung genommen hat. Auch die Exportindustrie nebst dem Gastgewerbe haben diese Entwicklung erfahren müssen. Demgegenüber steht jedoch die Entwicklung des Bau- und Bankengewerbes.
Das Verarbeitende Gewerbe sowie das Baugewerbe machen jedoch Mut für die Zukunft. Eine Verschlechterung der Lage ist, angesichts der Beschäftigungszahlen sowie der Produktionssituation nebst der Hemmnisse und der vorhandenen Kapazitäten, nicht zu erwarten. Die Auftragslage ist zwar derzeitig negativ und auch die Wettbewerbssituation könnte besser sein, doch heben sich diese Negativaspekte mit den vorgenannten Positivaspekten auf.
Der Konjunkturbarometer spielt als Frühindikator der Schweizer Konjunktur im Hinblick au die Entwicklung eine grosse Rolle. Wichtig hierbei ist die Erkenntnis, dass der Konjunkturbarometer als Sammelindikator mit insgesamt 273 Einzelindikatoren festgelegt wird. Die hierfür erforderlichen Einzelindikatoren werden gewichtet aus statistischen Erhebungen und anschliessend zusammengefasst. Natürlich können die führenden Ökonomen dieses Konjunkturbarometer zwar lesen und entsprechende Prognosen abgeben, allerdings gibt es für die tatsächlich eintretenden Ereignisse keine Gewähr. Der Konjunkturbarometer ist unter Anderem auch abhängig von politischen Entwicklungen des weltweiten Marktes, obgleich doch die Schweiz den Status der Unabhängigkeit inne hat.
Allein in der jüngeren Vergangenheit waren viele Schweizer Unternehmen von den Sanktionsmassnahmen, welche der US-Präsident Trump im Zuge des weltweiten Wirtschaftskrieges getroffen hat, unmittelbar betroffen. Dies hat natürlich auch Auswirkungen auf den Konjunkturbarometer, auch wenn die Schweiz mit entsprechenden Gegenmassnahmen diese Auswirkungen möglichst abfedern möchte. Dies gelingt in der Praxis nur zu häufig jedoch nur bedingt.