Im Herbst des Jahres 2023 beginnt für die Arbeitnehmer in der Schweiz eine heisse Phase, denn es sind Lohnverhandlungen avisiert. Die Erwartungshaltung ist der Arbeitnehmer ist sehr hoch, da der SGB (Schweizerischer Gewerkschaftsbund) eine Lohnerhöhung in Höhe von 5 Prozent für das Jahr 2024 fordert. Die Arbeitgeber dämpfen jedoch die Erwartungen.
Das Jahr 2023 war für die Arbeitnehmer in der Schweiz kein sonderlich gutes Jahr, da die Reallöhne bereits das dritte Mal in Serie gesunken sind. Aufgrund der gestiegenen Lebenskosten sowie der Teuerung wird jetzt seitens der SGB dringend eine Trendwende benötigt. Auch die Krankenkassenprämien seien gestiegen, sodass Arbeitnehmer einen Ausgleich hierfür erhalten müssten.
Problematisch ist in diesem Zusammenhang jedoch der Umstand, dass die Arbeitgeber diese Forderung als absolut realitätsfremd betiteln und ablehnen. Um ein genaueres Meinungsbild aller Arbeitgeber zu erhalten wurde jetzt seitens der KOF (Konjunkturforschungsstelle) von der ETH Zürich die ohnehin vierteljährlich ausgeführte Lohnumfrage durchgeführt.
Diese Umfrage kam zu dem Schluss, dass auch in dem Jahr 2024 die Reallöhne der Arbeitnehmer in der Schweiz sinken werden. Es wird seitens der KOF eher ein schwaches Ergebnis der Lohnrunde erwartet, da in allen Branchen lediglich ein Lohnanstieg auf durchschnittlicher Basis in Höhe von 2 Prozent als realistisch betrachtet wird.
Eine Ausnahme sieht die KOF jedoch in der Branche der Gastronomie. Hier dürfte es zum ersten Mal seit Jahren wieder zu einem Anstieg der Reallöhne kommen, da 3,8 Prozent Lohnanstieg als realistisch angesehen und auch erwartet werden. Das Gastronomiegewerbe sei damit die einzige Branche, die in dem Jahr 2024 mit einem Lohnanstieg rechnen dürfen.
Im Rahmen der Umfrage wurde jedoch auch deutlich, dass es bei den Lohnerwartungen zu einer leichten Abschwächung gekommen ist. An der Befragung haben rund 9.000 Unternehmen als Arbeitgeber teilgenommen und allgemein wurde ein Anstieg von 2 Prozent erwartet. Dies ist jedoch nominal betrachtet bereits ein überaus beachtlicher Anstieg, da immer noch Schweizer Verhältnisse zugrunde gelegt werden müssen.
Die Schweizer Verhältnisse sehen im Vergleich zu anderen Ländern eine verhältnismässig geringe Teuerungsrate vor, sodass Arbeitnehmer in der Alpenrepublik auch geringere Kostenanstiege bei den Lebenshaltungskosten sowie den Mieten und der Krankenversicherung zu verkraften hätten. Wie das Ergebnis der Lohnrunden dann letztlich ausfällt muss die Zukunft zeigen.