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Schweizer Zwickmühle durch Europapolitik

Derzeitig werden in der Schweiz sehr viele Diskussionen darüber geführt, wie ein Finanzdienstleistungsabkommen zwischen der EU und der Schweiz realisiert werden kann. Diese Diskussion belegt jedoch auch sehr deutlich, dass der Fünfer sowie das Weggli nicht gleichzeitig für die Schweiz möglich ist.

Blockaden sollen überwunden werden

Obgleich er mit seiner Äusserung zweifelsohne das Phrasenschwein bediente, so hatte er in diesem Augenblick sicherlich auch keine andere Wahl. Die Aussage, dass mehr Verhandlungsmasse geschaffen werde um gegenseitige Konzessionen zu ermöglichen, belegte eindeutig die Situaton des Aussenminister Ignazio Cassis in seinem Beitrag zur Debatte der Europapolitik im Bundesrat. Es gibt viele Blockaden zu überwinden und eine davon ist zweifelsohne der Verhandlungsprozess der Schweiz mit der EU im Hinblick auf den Rahmenvertrag.

Die ganze Angelegenheit sieht derzeitig enorm vielversprechend aus und vor allen Dingen Banken, die internationale Vermögensverwaltung betreiben, könnten stark von einer Schweizer Einigung mit der EU profitieren. Derzeitig können derartige Banken ihre Kunden aus dem Ausland nur dann betreuen, wenn sich die Kunden direkt an sie wenden.

Dieser Umstand rührt daher, dass viele Länder eine Niederlassungspflicht beschlossen haben, so dass Schweizer Banken auch dementsprechend in dem Land eine Niederlassung haben müssten. Für die gesamte Schweizer Wirtschaft wäre dies durchaus lukrativ, da die Banken insgesamt rund 1000 Milliarden Schweizer Franken als Kundenvermögen aus dem Raum der EU verwalten.

20.000 Arbeitsplätze sowie Steuererträge von knapp 8 Milliarden Schweizer Franken jährlich sind ebenfalls gute Argumente für eine Einigung der Schweiz mit der EU und der damit verbundenen Öffnung des Marktes für die Banken. Nicht nur die Banken würden hiervon stark profitieren. Auch der ohnehin schon beliebte Schweizer Standort für Startups wird mit einem derartigen Vertrag zwischen der Schweiz und der EU nochmals lukrativer, da sich die Möglichkeiten der aktiven Kundenakquise für die neu gegründeten Unternehmen massiv erhöhen.

Bei allen Voreilen muss jedoch derzeitig deutlich gesagt werden, dass enorm viele Unternehmen die Grundidee eines Abkommens zwischen der Schweiz und der EU überhaupt nicht begrüssen. Zahlreiche Unternehmen sowie auch grosse Banken sind ohnehin auf dem europäischen Markt vertreten, so dass tatsächliche Einschränkungen oder gar Nachteile gegenüber der Konkurrenz nicht deutlich spürbar sind. Die Nachteile ergeben sich nur aus der Sicht der Schweiz als Land, was jedoch bei Weitem nicht jeder branchentätige Unternehmer nachvollziehen kann.