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Schweizer reden sehr ungern über ihren Lohn

Es heisst doch immer so schön, dass über Geld nicht gesprochen wird. "Über Geld spricht man nicht, Geld hat man - oder auch nicht!". Gerade in der heutigen Zeit, in der Lohntransparenz immer mehr an Bedeutung gewinnt, ist dieses Sprichwort ein Stück weit aus der Mode gekommen. Die Schweizer jedoch reden nach wie vor sehr ungern über ihren Lohn und eine Podiumsdiskussion zur Thematik "Transparente Löhne" sollte den Grund hierfür aufdecken.

Zu der Podiumsdiskussion wurden jedoch keine sogenannten "Otto Normalbürger" eingeladen. Vielmehr bestand die Runde aus Alexandra Arnold von der Universität Luzern sowie der Personalrecruiterin Judith Oldekop vom Unternehmen Namics sowie dem Gründer von der Digital Agentur Liip, Hannes Gassert, der auch aktuell SP-Nationalratskandidat ist. Um möglichst authentische Ergebnisse zu erzielen wurden alle Teilnehmer im Vorfeld nicht über die Fragestellung informiert.

Judith Oldekop war die erste, die sich für Lohntransparenz stark gemacht hat. Wenn sie eine Firma leiten würde, so wäre Transparenz eine Selbstverständlichkeit. Sie selbst ging dabei auch gleich mit gutem Beispiel voran und notierte ihr eigenes Gehalt auf ein Blatt Papier. Auch Hannes Gassert vertrat die gleiche Auffassung und bestätigte, dass es in seinem Unternehmen eine vollständige Lohntransparenz längst gäbe. Im Hinblick auf seinen eigenen Lohn jedoch zeigte er sich nicht so auskunftsfreudig. Er begründete dies damit, dass er selbst seinen eigenen Lohn überhaupt nicht so genau kennen würde. Alexandra Arnold ist derzeitig in ein Forschungsprojekt zu eben jener Thematik involviert und sieht in einer transparenten Lohnpolitik sehr wohl Vorteile. Auf diese Weise würden Mitarbeiter zusätzlich motiviert und sie selbst notierte ihren eigenen Monatslohn ebenfalls auf das Blatt Papier, welches sie auch dem anwesenden Publikum ohne Scheu zeigte.

Im Hinblick auf die Frage, warum die Schweizer so extrem ungern über ihr Gehalt sprechen würden, begründete Arnold dieses Verhalten mit der Schweizer Bescheidenheit. Viele Schweizer würden die Auffassung vertreten, dass ein überdurchschnittlicher Verdienst nicht gut ankommen würde, wenn darüber offen geredet wird. Im Rahmen einer "New Work" Session, an welcher auch zahlreiche Startups und Existenzgründer teilnehmen, ist die Thematik der Lohntransparenz ganz aktuell. Als New Work wird dabei der derzeitig vorherrschende Wandel der Berufswelt bezeichnet. Natürlich ist hiervon jedoch nicht jede Branche betroffen.