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Rechtlicher Ärger für die Swisscom

Das Schweizer Unternehmen Swisscom hat aktuell sehr viel rechtlichen Ärger aufgrund neu erbauter Glasfaseranschlüsse, welche von dem Unternehmen nicht in den Betrieb genommen werden dürfen. Wettbewerbshüter sehen in den Glasfaseranschlüssen eine Gefahr für den Wettbewerb. Die Konkurrenz der Swisscom hofft jedoch in der Mehrheit darauf, dass das Urteil gegen die Swisscom nicht zu hart ausfällt.

Fait accompli sollte verhindert werden

Bereits im Februar 2020 erfolgte seitens der Swisscom die Ankündigung, dass bis zum Ende des Jahres 2025 knapp 1.5 Millionen Schweizer Haushalte mit Glasfaseranschlüssen zu versorgen. Damit würde sich die Abdeckung des sogenannten FTTH (fiber to the home) verdoppeln. Ein durchaus ambitioniertes Ziel, welches die Swisscom mit einer neuen Bauweise erreichen wollte.

Eben jene neue Bauweise sorgte jedoch für ein Aufhorchen der Weko, welche einen Missbrauch der marktbeherrschenden Stellung der Swisscom vermutete. Die Weko beschloss aus diesem Grund auch, dass die neue Bauweise der Glasfaseranschlüsse von der Swisscom nicht in den Betrieb gehen darf. In rund 86 Gemeinden der Schweiz würde auf diese Weise ein fait accompli geschaffen werden.

Die Swisscom setzte sich gegen den Entschied der Weko zunächst vor dem Bundesverwaltungsgericht zur Wehr. Dieses Ansinnen war nicht von Erfolg gekrönt, sodass die Swisscom vor das Bundesgericht zog. Auch hier hatte die Swisscom keinen Erfolg. Der Grund für den ganzen Ärger liegt in dem Umstand, dass im Jahr 2020 eine Umstellung der Swisscom von einem Punkt-zu-Punkt-Modell auf das sogenannte Punkt-zu-Multipunkt-System erfolgte.

Bei einer Punkt-zu-Punkt-Verbindung hat jeder Kunde eine durchgängige Glasfaserverbindung, welche mit der Anschlussstelle beginnt und im Gebäude endet. Bei einer Punkt-zu-Multipunkt-Verbindung teilen sich jedoch zwei Kunden eine Verbindung bis zu dem letzten Abschnitt. Dort erfolgt dann eine Splittung des Signals auf das Glasfaser des jeweiligen Kunden.

Der Wettbewerb ist davon betroffen

Kunden, die ein Abo bei einem Internetanbieter abschliessen, beziehen ihr Internet trotzdem in zahlreichen Fällen von der Infrastruktur der Swisscom. Die Konkurrenz hatte bei der alten Bauweise der Swisscom jedoch einen direkten Zugang, einem sogenannten Layer-1. Dies wäre bei der neuen Bauweise der Swisscom jedoch künftig nicht möglich, sodass die Konkurrenz des Unternehmens ein sogenanntes Layer-2 nutzen müssten. Die eigene Ausrüstung wäre in diesem Fall nicht mehr verwendbar und die Konkurrenz wäre ein Wiederverkäufer der Swisscom. Aktuell steht ein Urteil in dieser Angelegenheit noch aus.