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Kleinsparer werden bei den Schweizer Banken ins Visier genommen

Ein altes Sprichwort besagt "spare in der Zeit, so hast Du in der Not!". Dieses Sprichwort wurde wahrlich zu anderen wirtschaftlichen Zeiten aufgestellt, denn in der heutigen Zeit leiden in der Schweiz sehr viele Banken regelrecht unter den anhaltenden Negativzinsen. Je länger dies dauert, so wahrscheinlicher wird der Umstand, dass diese Negativzinsen letztlich auch an die Kunden weitergegeben werden. Ein Tabu ist dies jedenfalls nicht mehr.

Schwieriges Jahr für die Schweizer Banken

Wie das Beratungsunternehmen EY (Ernst & Young) in einer Pressemitteilung mitteilte, ächzen in der Schweiz die vorhandenen Banken regelrecht unter den Negativzinsen und haben auch für die Zukunft sehr wenig Hoffnung. Fast schon logisch erscheint da die Folgerung, dass diese Negativzinsen auch an die Kunden weitergegeben werden. Die Banken haben das Problem, dass sie profitabel bleiben müssen. Dieses Problem wird sich in naher Zukunft bereits verschärfen und langfristige Auswirkungen haben. Dementsprechend sei der Gedankengang, die Kunden mit ins Boot zu holen, laut EY-Experte Patrick Schwaller auch nicht verwunderlich. Schwaller sieht die Bereitschaft der Banken, diese Belastungen jedes Jahr aufs Neue allein tragen zu müssen, deutlich schwinden.

Ernst & Young hat zu dieser Thematik bereits eine Befragung durchgeführt und veröffentlicht jährlich sein sogenanntes Bankenbarometer, anhand dessen die Schweizer Öffentlichkeit einen Einblick in die aktuelle Stimmung bei den Banken erhalten kann. Nach aktuellen Stand sind es nur noch 34 Prozent aller Banken, welche eine Negativzinsweitergabe an die Kunden bislang noch kategorisch ablehnen. Im Jahr 2015 betrug dieser Wert noch 70 Prozent, sodass sich die Stimmung bei den Banken deutlich verschlechtert hat. Weiterhin geht aus der Befragung von EY hervor, dass ein Drittel der Banken in absehbarer Zeit ihren Schwellenwert für die Weiterbelastung der Negativzinsen senken wollen. Eine wahre Vorreiterin in dieser Hinsicht war die Postfinance und es ist davon auszugehen, dass auch weitere Banken folgen werden.

Es wurde ebenfalls deutlich, dass die Banken in der Schweiz künftig strenger mit ihren Kunden umgehen wollen. Eine sogenannte restriktive Kreditpolitik wird angestrebt, dies sagten 44 Prozent aller Banken. Im Vorjahr äusserten noch 34 Prozent aller Banken dieses Vorhaben. Das Bankenbarometer von EY beruht auf Angaben, die von 100 Vorstandsmitgliedern der führenden Banken in der Schweiz gemacht wurden und hat deshalb auch eine gute Aussagekraft.