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Die Chancen einer Viertagewoche für die Schweiz

Der Blick in das Ausland kann für die Wirtschaft eines Landes durchaus inspirierend sein. Die Schweiz schaut gerade aus Sicht der Arbeitnehmer in Richtung Island, wo jüngst eine Viertagewoche für die Arbeitnehmer eingeführt wurde. Mittlerweile testen sehr viele internationalen Unternehmen dieses Modell, doch für die Schweiz scheint dieses Modell im Augenblick jedenfalls noch utopisch.

Der Clou an dem isländischen Modell ist, dass die Arbeitnehmer trotz der Viertagewoche auch weiterhin Vollzeitbezahlung erhalten. Island hat dieses Modell jedoch nicht über Nacht eingeführt, vielmehr ist es das Resultat eines langen Experiments. In diesem Experiment wurden die Vorteile des Modells in der Praxis untermauert. Die Produktivität der Arbeitnehmer blieb auch in der Viertagewoche gleichbedeutend mit der Produktivität einer Fünftagewoche, sodass die Arbeitnehmer in kürzerer Zeit das gleiche Arbeitspensum erledigten. Dies wäre für ein Land wie die Schweiz, welches sehr wirtschaftsorientiert agiert, durchaus perfekt.

Trotz dieses Umstandes will sich die Viertagewoche in der Schweiz nicht so richtig durchsetzen. Es ist jedoch nicht so, dass ein derartiges Modell in der Schweiz noch nicht getestet wurde. Es gab bereits mehrere Versuche, doch sahen die meisten Arbeitgeber in diesem Modell keinerlei Vorteile für sich. Eine Ausnahme hiervon bildet das Unternehmen a+o, welches seinen Sitz in Aarau hat. Dieses Grafiktunternehmerbüro hat die Viertagewoche für seine Arbeitnehmer bereits eingeführt und ist damit auch durchaus zufrieden. Bereits 2017 hielt die kürzere Arbeitswoche Einzug bei dem Unternehmen.

Die Arbeitnehmer sind sehr zufrieden und sprechen durchaus auch davon, dass in der kürzeren Arbeitswoche sogar effektiver und produktiver gearbeitet wird. Einzig eine statistische Erhebung hierfür gibt es nicht. Derartige Statistiken wären jedoch wichtig, wenn sich die Viertagewoche flächendeckend in der Schweiz durchsetzen soll. Die Arbeitnehmer von a+o berichten sogar davon, dass sie ihren Extrafreitag für Weiterbildungen nutzen würden. Andere Unternehmen wie beispielsweise Swisscom haben bereits ein derartiges Modell ebenfalls getestet. Die Testreihe von Swisscom jedoch hat die Viertagewoche ein wenig abgewandelt, da die Arbeitnehmer lediglich an dem fünften Tag nicht an ihrem Arbeitsplatz erscheinen mussten. An dem fünften Tag sollten die Arbeitnehmer im Auftrag des Arbeitgebers zuhause ihrer beruflichen Kreativität freien Lauf lassen. Ein derartiges Modell wird auch von Google bereits seit sehr langer Zeit umgesetzt.