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Afrikanische und Schweizer Bauern demonstrieren in Brüssel

Die sogenannte Billig-Milchwirtschaft macht vielen Bauern auf der Welt sehr ordentlich zu schaffen. Grund genug für Solidarität, die gemeinschaftlich auf einer Demonstration in Brüssel zum Ausdruck gebracht wird. Die Forderungen der Bauern sind relativ einfach formuliert, sie fordern die nachhaltige Milchproduktion sowohl in Afrika als auch in Europa.

Bereits seit sehr vielen Jahren wird im Hinblick auf die Gestaltung des Milchpreises gestritten. Verständlicherweise fordern die Bauern mehr Geld während hingegen die Abnehmer abwinken. Gerade Grosshändler wie beispielsweise Migros oder Emmi bzw. Coop wollen eine hohe Marge anpeilen, doch die Politik zeigt sich untätig. Die Situation in der Schweiz wurde auch nicht besser, als der Schweizer- und EU- Milchmarkt geöffnet wurde. Die Milchbauern versuchten zwar, einen höheren Preis für ihre Milch durchzusetzen, allerdings scheiterte dieses Anliegen immer wieder. Der Richtpreis ist derzeitig bei rund 68 Rappen angesetzt, allerdings erhalten die Bauern lediglich 50 Rappen. Dieser Betrag ist ein historischer Tiefstand und wurde das letzte Mal vor 60 Jahren erreicht.

Die überschüssige Milch, welche die Bauern auf dem Schweizer Markt nicht veräussern können, wird letztlich als Magermilch-Pulver nach Afrika verkauft. Diese Praxis reicht sowohl den Bauern aus der Schweiz als auch den Bauern aus Afrika jetzt endgültig. Aus diesem Grund trafen sie sich in Brüssel zu Demonstrationen ein, die absolut friedlich verliefen. Die Forderung der Bauern nach einer nachhaltigen Milchproduktion ist absolut nachvollziehbar, denn die überschüssigen Milchprodukte aus der Schweiz gefährden als Import aus der EU die Milchwirtschaft in Afrika. Dies sieht auch der EMB (European Milk Board) ganz genauso. Die Lösung könnte darin liegen, einfach keine überschüssige Milch mehr für den Schweizer Markt zu produzieren und dementsprechend auch kein billiges Milch-Pulver mehr nach Afrika zu verschicken. Erreicht werden könnte dies, so der EMB, mit flächendeckend kostendeckenden Milchpreisen.

Diese Preise gibt es jedoch weder in der Schweiz noch in Afrika, sodass die Lösung nur von der Politik gefunden und eingesetzt werden kann. Da die Bauern sich jedoch von der EU nicht ausreichend gehört fühlten, folgte nunmehr die Demonstration. Ob die Politik dies letztlich sieht und auf die gerechtfertigten Wünsche der Bauern reagieren wird bleibt abzuwarten.