Wirtschaftsexperten geben sich weniger zuversichtlich

Frankenprognose durch SNB-Wechselkursziel obsolet.

Weniger optimistisch als bisher sehen die Schweizer Ökonomen die Zukunft der hiesigen Wirtschaft. Die Sorge um die Exporte sind der Hindergrund für den Pessimismus. Die Umfrage wurde allerdings noch vor der Festlegung einer Euro-Franken-Kursgrenze durch die SNB duchführte. Die regelmässig von der Konjukturforschungsstelle der EHT Zürich befragte Ökonomen haben ihre Zuversucht fürs Wirtschaftwachstum etwas vekiren. Im kommenden Jahr wird in ihren Prognosen durchschnittlich nur noch mit einem Plus von 1.3 Prozent gerechnet.

Exporte als Sorgenfaktor

Vor drei Monaten gingen sie durchschnittlich noch von einem Wachstum des Bruttoinlandprodukts (BIP) von 1,9 Prozent aus. Wie das ETH Institut am Mittwoch mitteilte sank der sogenannte KOF Consensus für das laufende Jahr von 2.2 Prozent auf 1.9 Prozent ab.

Grund für die pessimistischeren Aussichten für die Schweizer Wirtschaft sind insbesondere die Exporte. Zwar gehen die Ökonomen sowohl 2011 als auch 2012 weiterhin von einer Zunahme der Ausfuhren aus, allerdings fällt diese laut aktuellen Prognosen in beiden Jahren schwächer aus als bisher angenommen.

Für die Bau- und Ausrüstungsinvestitionen im Jahr 2011 haben die ihre Erwartungen nicht korrigiert. Wie bisher prognostiziert wird der Zuwachs auch 2012 nicht mehr ganz so hoch ausfallen. 

Überholte Währungsprognosen

Die Umfrage unter den zwanzig Ökonomen wurde gemäss KOF duchgeführt, bevor die Schweizerische Nationalbank (SNB) zur Schwächung des Frankens einen Mindestkurs festgelegte. Gewissermassen wurden somit die Prognosen der Experten durch die SNB wahrgenommen. Diese hatten nämlich damit gerechnet, dass ein Euro 1,20 Fr. kosten würde – allerdings erst in einem Jahr.

Kurzfristig wären die Experten von einem stärkeren Franken ausgegangen, gegen Ende des laufenden Jahres hätten sie den Eurokurs bei 1,15 Fr. gesehen. Bereits letztes Jahr im Sommer lag die Expertengemeinde mit ihren Prognosen gänzlich daneben: Damals hat sie für diesen Sommer mit einem Wechselkurs von 1,41 Fr. pro Euro vorausgesagt.

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