Volle Tresore an der Bahnhofstrasse

Aus Angst einer Rezession flüchten Anleger unvermindert ins Gold. Mitten in Zürich befindet sich einer der grössten Goldschätze, genauer gesagt zwölfeinhalb Meter unter dem Erdgeschoss des Hauptsitzes der ZKB an der Bahnhofstrasse. Der Wert des Goldbestands ist innerhalb von nur fünf Jahren in dem hochgesicherten Tresorraum auf 8.5 Mrd Franken angeschwollen. 

Anfang 2006 nahm die Erfolgsgeschichte ihren Lauf. Die ZKB legte als erstes Finanzhaus der Schweiz einen sogenannten Gold-ETF (Exchange-Traded Fund) auf. Die beiden Grossbanken CS und UBS sowie Julius Bär folgten diesem Beispiel. Das Besondere an dem Produkt besteht darin, dass jeder Fondsanteil, der durch einen Anleger gekauft wird, mit physischen Beständen an Gold unterlegt werden muss. Mit 2000 Tonnen an Gold weltweit vereinigen diese ETF ähnlich hohe Goldbestände wie die Schweizerische Nationalbank und die Europäische Zentralbank zusammen. Davon fällt allein etwa ein Zentel auf die Gold-EFT der ZKB. Die Staatsbank aus Zürich belegt damit weltweit den 2. Platz, dies wird wohl auch auf die bestmögliche Bonitätsnote und die Staatsgarantie zurückgeführt.

Da ein Goldbarren ein Gewicht von 12.5 Kilogramm auf die Wage bringt, ist die Lagerung nicht gerade einfach. Wegen des enormen Gewichts wurde der Boden des Tresorraums zusätzlich mit Beton verstärkt. Die Flucht ins Gold und der damit verbundene Boom im Geschäft mit Gold-ETF wird nach Einschätzung der Spezialistin noch einige Zeit anhalten: Nach dem Entscheid der US-Notenbank, den Leitzins bis mindestens Mitte 2013 auf Niedrigstniveau zu halten, habe die ZKB die Goldpreisprognose in US-Dollars nachhaltig nach oben angepasst. Man rechnet damit, das man bis Jahresende der Wert einer Unze auf circa 1850 bis 1900 $ steigen wird. Dies würde innerhalb eines Jahres einem Preisanstieg von über 27% entsprechen.

Für einen Anleger, der in Franken investieren will, präsentiert sich diese Geschickte jedoch weniger spektakulär. Der Goldpreis ist seit anfangs Jahr nur um 0.65% gestiegen. Dazu kommt, dass das magere Plus erst vor wenigen Tagen zustande kam, vorher notierte der Preis gar im Minus. Laut Toren geht es beim Gold nicht in erster Linie um eine möglichst hohe Rendite, sondern vor allem darum, Risiken zu minimieren und das Vermögen zu diversifizieren. Obwohl sich der Goldpreis auf hohem Niveau bewege, seien die Opportunitätskosten im Zuge der Niedrigzinspolitik historisch tief. Bei Opportunitätskosten handelt es sich um Erträge, die das investierte Geld sonst bringen könnte. Beispielsweise durch den Kauf von Aktien oder Obligationen.

Währungsrisiken lassen sich hingegen einfacher absichern. Zwar erhöht sich die Verwaltungskommission von 0.4% leicht, jedoch zahlt es sich durchaus aus. Der in Franken abgesicherte Gold-EFT ist seit Anganf Jahr um 25% gestiegen. Anfänglich seien zwar nur Goldbarren à 12,5 Kilogramm mit einem Wert von über 500 000 Fr. für ETF unterlegt worden, weshalb sich das Produkt ausschliesslich für Grossinvestoren geeignet habe. Mittlerweile biete die ZKB bereits Anteile von 100 Gramm, die rund 4000 Fr. kosteten, an. Das Recht auf Sachauszahlung besteht im Prinzip nur für 12,5 Kilogramm schwere Barren, wobei eine Rücknahmekommission von 1% sowie eine Auslieferungsgebühr von bis zu 0,20% vom Gegenwert in Rechnung gestellt wird.

Die ZKB würde jedoch im Notfall die gelagerten Goldbarren in die kleinste Einheit von 100 Gramm umschmelzen lassen. Viele Investoren wurde duch die Tatsache, das man ab 4000.- Franken in Gold investieren kann angelockt. Im weiteren spricht für das Gold auch der Inflationsschutz. Gold ist im Unterschied zu Papier nicht belibig und willkürlich erweiterbar. Ebenfalls kommt noch dazu, das Gold eine natürliche Hege-Funktion gegenüber dem Dollar hat. 

Nun stellt sich nur noch die Fragen, ob der Zug um in Gold zu investieren nicht bereits abgefahren ist. Dies weiss man jedoch immer erst im Nachhinein. Aber im jetzigen von Unsicherheiten und hohen Risiken geprägten Umfeld lohnten sich Investitionen in Gold nach wie vor. Bis zu 10% des Vermögens sollten in Gold angelegt werden, so ihre Empfehlung.

 

 zurück