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Starker Franken kühlt das Exportklima weiter ab
Kleinbetriebe spüren zunehmenden Margendruck.
Die abschwächende Auslandkonjunktur und der starke Franken machen den kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) in der Schweiz immer mehr zu schaffen. Dies geht aus dem am Dienstag publizierten KMU-Exportindikator von Credit Suisse und Osec hervor.
Die kleinen und mittelgrossen Firmen betrachten sich wegen des starken Frankens einem zunehmend raueren Konkunkturklima ausgesetzt. Die Grossbank Credit Suisse und der Aussenwirtschaftsförderer Osec teilen zu Ihrem KMU-Exportindikator mit, dass die Mehrheit der KMU einen steigenden Margendruck erwartet. Über 80 Prozent der befragten Unternehmen befürchten durch den starken Franken für das vierte Quartal negative Auswirkung auf Ihre Gewinnmargen. Es waren im Vorquartal noch 78 Prozent gewesen.
Die Prozentzahl der KMU, die aufgrund der Frankenstärke eine Verlangsamung des Exportwachstums erwarten, vergrösserte sich im Vergleich zum Vorquartal von 67 Prozent auf 73 Prozent. Insbesondere der Maschinenbau, die Metallindustrie und Präzisionsindustrie wähnen sich von der Wechselkurswirkung stark betroffen - bei allen dreien liegt der Prozentanteil über 80 Prozent.
Verlangsamtes Wachstum
In der Mittteilung der Credit Suisse und Osec heisst es, dass trotz der Verlangsamung der Exportentwicklung in allen Branchen die Schweizer Exporte insgesamt aber weiter hin im Wachstumsbereich liegt. Allerdings: Hatten zur Jahresmitte 45 Prozent der Unternehmen für das kommende Quartal mit einem Wachstum ihrer Exporte gerechnet, so sind es jetzt noch 32 Prozent.
Diejenigen KMU, die in den nächsten Monaten höheren Exporte erwarten, führen dies in erster Linie als Produktinnovationen, verstärkte Marketinganstrengungen und eine veränderte Preispolitik zurück. Gemäss Credit Suise und Osec dürfte letzteres darauf zurückzuführen sein, dass das Euro-Wechselkursziel der Schweizerischen Nationalbank berechenbarere Grundlagen für die Preissetzung geschaffen hat.
Die beiden Institute räumen gleichzeitig ein, dass die Auswirkung dieser Schweizer Nationalbank-Massnahme auf die Stimmung der Schweizer KMU in den kommenden Quartalen erst noch abzuwarten bliebe. Sie hätten ihre KMU-Befragung nämlich kurz nach Bekanntwerden der Massnahme durchgeführt.
Top-Exportdestination Europa
Europa bleibt weiterhin die mit Abstand bedeutendste Absatzregion für Schweizer Ausfuhren - ungeachtet Frankenstärke und Eurokrise, führen Credit Suisse und Osec aus. Somit geben 91 Prozent der KMU an, in den kommenden Monaten nach Europa zu exportieren. Jedoch wollen 49 Prozent in den asiatischen Raum und 38 Prozent nach Nordamerika liefern.
