Geplantes Steuerabkommen zwischen Schweiz und Deutschland wird als "Ablasshandel" tituliert

Das neue Steuerabkommen zwischen der Schweiz und Deuschland ist noch nicht einmal unterzeichnet, und schon entfachen heftige Diskussionen darüber. So bezeichnet auch Thomas Eigenthaler, Chef der Steuergewerschaft in Deutschland, das neue Abkommen als "Ablasshandel".

In Zukunft müssen Deutsche mit Schweizer Bankkonti damit rechnen, 26 Prozent Steuern auf ihre Zinseinkünfte anonym abzuliefern, unabhängig davon, ob es sich um Schwarzgeld oder um deklariertes Geld, also um legale Einlagen handelt.

Thomas Eigenthaler geht aber nicht davon aus, dass dies für Deutsche nun genügend Anreitz schaffen werde, ihr Schwarzgeld nicht mehr auf Scheizer Bankkonti zu deponieren. Er schäftz, dass im Moment ca. 150 Milliarden nicht deklariertes Geld von Deutschen Staatsbürgern in der Schweiz liegt. Dies werde höchst wahrscheinlich auch nach dem Abkommen so bleiben, da künftig die deutschen Behörden kaum mehr Rechte haben werden, Auskünfte über Kontoinhaber in der Schweiz zu erhalten.

Die Unerlichen kriegen einen Discount Steuersatz

Die schweizer Banken sollen nach der Unterzeichnung des Abkommens für Gelder, die für einen Zeitraum von bis zun 10 Jahren auf einem Konto liegen, anonym 26 Prozent abführen. Dies könnte dem deutschen Staat Steuereinnahmen in der Höhe von ungefähr 10 Milliarden bescheeren. Der Satz von 26 Prozent ist mit der deutschen Abgeltungssteuer vergleichbar. Diesen gibt es aber erst seit 2009. Vorher war der Spitzensteuersatz bei 42 Prozent. Das bedeutet, dass die, die am längsten gewartet haben und sich nicht selber angezeigt haben, am Ende die Gewinner sein werden und einen Discount-Steuersatz bekommen. 

Eigenthaler befürchtet, dass durch den einmaligen anonymen Abschlag die Steuerflüchtlichge eine Art Amnestie erhalten und der deutsche Staat Hoheitsrechte an die Schweizer Banken abgibt. Er zweifelt, dass das Ganze verfassungsrechtlich stand hält. Auf jeden Fall ist Thomas Eigenthaler überzeugt, dass das neue Abkommen nichts mit Steuerehrlichkeit zu tun hat.

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