Deutsche Bürger zahlen 82 Millionen Euro

56 Millionen Euro stammen von Steuerhinterziehern, die sich nach dem Aufkauf von CDs mit Daten aus den Steuerparadiesen Liechtenstein, Luxemburg und Schweiz in Berlin selbst angezeigt haben

In der deutschen Hauptstadt Berlin machten im vergangen Jahr insgesamt 854 Bürger reinen Tisch mit den Finanzbehörden. Daher flossen Berlin rund 82 Millionen Euro aus Strafverfahren gegen Steuersünder und aus Selbstanzeigen zu. Allein 56 Millionen Euro stammen von Steuerhinterziehern, welche sich nach dem Ankauf von CDs mit Daten aus den Steuerparadiesen Liechtenstein, Luxemburg und Schweiz in Berlin selbst angezeigt hatten.

53,3 Millionen Euro hinterzogener Steuern stammten aus 504 im vergangenen Jahr abgeschlossenen Strafverfahren, dies teilte der Finanzstaatssekretär Christian Sundermann auf Anfrage mit. Weil die grössten Steuerarten je zur Hälfte dem Bund und den Ländern zustehe, konnte Berlin rund 26 Millionen Euro in die Landeskasse einnehmen.

Die Steuerhinterziehung häuft sich immer mehr: Im Jahr 2010 haben die Berliner Finanzämter und die Staatsanwaltschaften rund 7150 Strafverfahren eingeleitet oder noch solche aus dem Vorjahr bearbeitet. Im Vergleich dazu nimmt sich die Zahl der rechtskräftig verurteilten Steuersünder bescheiden aus. Insgesamt 909 Personen waren es im Jahr 2010. In den mehr als 7000 Strafverfahren waren 1748 bei denen sich der Anfangsverdacht nicht erhärtete. Dazu wurden wegen Geringfügigkeit 251 Verfahren eingestellt.

Insgesamt wurden im vergangenen Jahr durch die Berliner Finanzämter insgesamt 333`217 Zwangsvollstreckungen vollzogen. Im Wege der Amtshilfe treiben die Finanzämter in Berlin sämtliche ausstehenden Zahlungen – Steuern, Gebühren, Mahn- und Bußbescheide – für öffentlich-rechtliche Behörden und Einrichtungen ein. Die Eintreiber waren in 139`767 Fällen erfolgreich. Jedoch waren die Eintreiber auch in 211`052 machtlos, da die Schuldner entweder zahlungsunfähig oder unbekannt verzogen oder verschwunden waren.

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